Neuigkeiten aus der Welt der XXL-Renner

Starkes Starterfeld für 2018
Truckracing scheint beliebter denn je zu sein. Nicht nur die nationalen Starterfelder in England, Frankreich und inzwischen sogar in den Niederlanden sind prächtig gefüllt, auch die Europa-League FIA ETRC ist mit 20 permanent gemeldeten Startern so gut besetzt wie selten zuvor. Selbst wenn der ein oder andere Fahrer nicht bei allen Rennen antreten wird, dürfte die per Regelwerk geforderte Mindestteilnehmerzahl von 12 Starter wohl kein Problem sein. Auch die Teamwertung gewinnt an Interesse. Sieben Paarungen haben sich bei der FIA eingeschrieben.

Insgesamt fällt auf, dass die Briten wieder Spaß an der Europameisterschaft gefunden haben. Fünf kampfstarke Insulaner auf MAN-Rennbolide sowie Buggyra-Neuzugang Oliver Janes fahren unter der Flagge des Union Jack. Doch auch die deutsche Fraktion ist erneut stark vertreten. Neben den bereits letztjährigen Akteuren Hahn, Halm, Lenz und Kursim werden in diesem Jahr auch Rückkehrer René Reinert und Mercedes-Benz Neuzugang Steffen Faas die komplette Saison bestreiten. Auch Gerd Körber hat seine Beteiligung bei dem ein oder anderen Rennen angekündigt. Die komplette Auflistung finden Sie hier.

Freuen wir uns auf eine spannende Saison 2018
(29.04.2018; Foto: Screenshot: FIA ETRC)

 

Das Starterfeld formiert sich langsam

Nachdem Mitte April im tschechischen Most einige Teams und Fahrer Abstimmungs- und Testfahrten unter die Räder ihrer 2018er Rennboliden genommen hatten und Presse-mitteilungen in den Redaktionen eintrudelten oder auf den Teamseiten veröffentlicht wurden, verdichtet sich das diesjährige Starterfeld immer mehr. Nach jetzigem Stand treten folgende Piloten in der diesjährigen Truck-EM an:
IVECO: Jochen Hahn, Steffi Halm, André Kursim sowie Gerd Körber (Race-by-Race)

Mercedes-Benz: Norbert Kiss und Steffen Faas

MAN: Sascha Lenz, René Reinert, Antonio Albacete, Luis Recuenco, Ryan Smith und Frankie Vojtisek (Race-by-Race)

Freightliner: Adam Lacko, Oly Janes

Bis zum 26. April haben Fahrer und Teams noch Zeit sich als permanente Starter bei der FIA einzuschreiben. Ernst wird es dann ab dem 26. Mai, wenn der europäische Truck-Zirkus im italienischen Misano seine 2018er Tournee eröffnet.

(23.04.2018; Foto: Team Reinert Racing)

 

Steffen Faas fährt für tankpool24
Steffen Faas, der letztes Jahr zwei Einsätze für das Iveco-Team Schwabentruck fuhr, wird beim Mercedes-Benz-Team von tankpool24 den Platz von André Kursim übernehmen. Kursim fährt ja bekanntlich die kommende Saison für das neue Iveco-Team von Sven Walter. Bereits bei seinen ersten Gehversuchen in der 5,3 Tonnen-Klasse im Jahr 2017 stellte sich der 34-jährige Faas so gut an, dass er beim Mercedes-Benz-Team die komplette 2018er- Saison bestreiten wird. Davor war er auf deutlich kleineren Renngeräten, wie beispielsweise Seat Leon, VW Polo oder zuletzt KTM X-Bow, erfolgreich unterwegs. Im tankpool24-Team trifft er auf Norbert Kiss. Der äußerst ambitionierten Ungar hat noch eine Mission offen: Titel Nr. 3 bei den Racetrucks.
(14.03.2018; Quelle: Team; Foto: DK)

 


Steffi Halm wechselt zum Team Schwabentruck-Racing (Iveco)
Es war ja bereits bekannt, dass Steffi Halm die neue Teamkollegin von Jochen Hahn wird. Nun ist es amtlich. Steffi Halm hat beim Team Schwabentruck Racing einen Zweijahresvertrag unterzeichnet und wird in dieser Saison mit Jochen Hahn bei der Teamwertung für Die Bullen von IVECO Magirus
antreten. Die 33-jährige Diplom-Verwaltungswirtin hat sich schon lange dem Motorsport verschrieben. 2011 stieg sie dann erstmals in einen Racetruck des tankpool24-Teams (Mercedes-Benz). Später wechselte sie zum Team Lion-Racing (MAN), mit welchem sie in den Jahren 2012 und 2013 als erste Frau die französische Truck Meisterschaft gewinnen konnte. Ab 2014 trat Halm wieder in der Europameisterschaft an. Zunächst noch für Lion, danach für das Team von René Reinert. Und das mit Erfolg. 10 - 8 - 4 - 4 lautet die Erfolgsbilanz in Form von Endplatzierungen in der Truck EM. Mehr als ein Dutzend Podiumsbesuche, davon 4 mal ganz oben auf dem Treppchen, sind eine klare Empfehlung für 2018. Steffi Halm hat sich in der Männerdomäne Truckrace längst einen Top-Platz gesichert und das ganz ohne Frauenquote. Doch was wird aus Mr. Truckrace, der das Team Schwabentruck Racing maßgeblich mitgeprägt hat? Laut Pressemitteilung des Teams wird Gerd Körber als Gaststarter das ein oder andere Rennen für Schwabentruck in Angriff nehmen und bleibt so den vielen Fans und "seinem" Team erhalten.
(08.03.2018; Quelle und Foto: Team Schwabentruck Racing)

 

Neues Iveco-Team am Start
Der Logstiker Sven Walter, bisher als Sponsor und Transportpartner der Teams Hahn und Lenz bekannt, steigt 2018 mit einem eigenen Team in die Truck-Europameisterschaft ein. Unter dem vielsagendem Namen Dont Touch Racing tritt Walter mit einem neu aufgebauten Iveco an. Der Truck stammt, wie kaum anders zu erwarten, aus der Hahnschen Racing-Schmiede. Als Fahrer konnte mit André Kursim ein junger Pilot gewonnen werden, der gerade im letzten Jahr eine tolle Performance auf den Asphalt legte und mit MAN-Pilot Sascha Lenz die „Jungen Wilden“ in der deutschen Truckrace-Szene vertritt. Wer den so frei gewordenen Sitz im Mercedes-Team von tankpool24 bekommen wird, ist noch nicht bekannt. Mit Sven Walter steigt nach René Reinert ein weiterer deutscher Großspediteur und Logistikunternehmer mit einem eigenen Team in die Truck-EM ein.
(07.02.2018; Quelle: Team-Presseinfo; Foto: DK/2017)

 

Provisorischer Rennkalender 2018

Misano (ITA) – 26/27 May

Hungaroring (HUN) – 16/17 June

Nurburgring (DEU) – 29 June/1 July

SlovakiaRing (SLK) – 14/15 July

Autodrom Most (CZE) – 01/02 September

Zolder (BEL) – 15/16 September

Le Mans Bugatti (FRA) – 29/30 September

Jarama (ESP) – 6/7 October

(11.10.2017; Quelle ETRC)

 

Dakar 2017
Die diesjährige Ausgabe der Rallye Dakar fand vom 02. – 14. Januar erneut in Südamerika statt. In Paraguay, Bolivien und Argentinien kämpften die Teilnehmer in fünf Kategorien – Auto, Truck, Motorrad, Quad und erstmals UTV (kleine Allradbuggies) – nicht nur gegen die Uhr und die rallyetypischen Herausforderungen. Es gab alles: Hitze, Kälte und insbesondere sinnflutartige Regenfälle. Diese sorgten nicht nur für nasse Füße, sondern auch für eine stark gekürzte Ausgabe der Rallye. Beide Marathonetappen fielen quasi ins Wasser. Die erste wurde stark gekürzt gefahren, die zweite komplett gestrichen. So bestand die 2017er Dakar eigentlich nur aus „Sprintetappen“, wie es der deutsche Mini-Pilot Stephan Schott in einem Interview mit Ellen Lohr treffend beschrieb. In der Autowertung kegelten sich die ernsthaften Peugeot-Konkurrenten selbst aus dem Rennen. Am Ende gab es ein reines Peugeot-Podium mit dem Seriensieger Stephane Peterhansel. Der hatte sich bis zum Schluss zumindest ein spannendes Duell mit dem Zweiten, Sebastien Loeb, geliefert. Die schnellsten in der Autowertung waren aufgrund der vielen Absagen und Streichungen noch nicht einmal 30 Stunden, ohne Verbindungsetappen, unterwegs. Das ist rekordverdächtig wenig, wenn man bedenkt, dass in Afrika bis zu 70 Stunden unter Wertungsbedingungen gefahren wurde.
Positiv war, dass es bei der Dakar 2017 keine motorsportlich bedingten Todesfälle zu beklagen gab.  

 

Nun aber zu den Trucks, den Dickschiffen der Wüste, wie Eurosport-Moderator Norbert Ockenga zu sagen pflegt. Die russischen Kamaz-Boliden ließen sich anfangs etwas Zeit. Doch mit der Routine von etlichen Etappen- und Dakarsiegen trumpften die blauen Bullen, wie die von Red Bull gesponserten Kamaz-Trucks auch betitelt werden, am Ende erneut auf und belegten im Doppelpack das Podium. Für den Sieger des Vorjahres, Gerard de Roy (Iveco), blieb nur der dritte Rang. Dem Niederländer fehlten die Marathonetappen um Boden gut zu machen.

Sieger Eduard Nikolaev gewann damit bereits seine zweite Dakar als Fahrer. Hinter ihm lief Teamkollege Dimitry Sotnikov ins Ziel ein, der bei seiner vierten Dakar bereits aufs Podium fuhr.
Die holländische MAN-Truppe um Hans Stacey und Co. kam nicht so richtig in Fahrt. Mehr als der neunte Platz war für den Niederländer nicht drin. Teamkollege Peter Versluis mit seinem deutschen Beifahrer und Techniker Artur Klein musste sich mit dem elften Rang zufriedengeben. Aber auch die hoch gehandelten tschechischen Tatras (u.a. Buggyra) und Renault (u.a. MKR) konnten sich nicht wie gewünscht in Szene setzen. Zumindest reichte es für Etappensiege.

Gut, dass 2018 für die Trucks ein neues technische Regelwerk gilt. Die siegreichen Kamaz-Trucks werden dann nicht mehr auf die V8-Power von Liebherr bauen können. Kleinere Motoren werden dann Pflicht sein. Dafür werden die Russen voraussichtlich im kommenden Jahr ihren neuen Hauber-Truck zum Einsatz bringen.


In Sachen Berichterstattung und Medienbetreuung war Ellen Lohr im Auftrag des Veranstalters ASO für die deutschsprachigen Medien live vor Ort. Sie versorgte die deutschen Medien mit Bildern, Kurzvideos und lebendigen Berichten. Danke Ellen.

(15.01.2017; Fotos: ASO/Ellen Lohr, (c) Red Bull Media House, Van Vliet XL Group FZE; Buggyra Media)

 

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